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Tao und Zen

Sanae erzählt: Wir, die Völker des fernöstlichen Kulturkreises, sehen Dinge, die keine materielle Form haben, hören Worte, die keine sprechende Stimme haben.
Diese Gabe ist uns eigen aus mehrtausendjähriger Tradition. Sie basiert auf den Lehren Laotse‘s. Er gab uns etwa 500 v. Chr. die Lehre vom Tao ”der Weg”, welche später zur Weltanschauung des Taoismus geführt, aber auch starken Einfluss auf den Buddhismus ausgeübt hat.

Die Lehre vom Weg hat besonders in der Schule des Zen Aufnahme gefunden. Zen, eine der verschiedenen buddhistischen Schulen (entsprechend den Orden im Christentum), vermittelt keinen bestimmten Lehrtext, sondern lebt vor allem die Meditation und das Üben von Disziplinen.
Zen hat die japanische Kultur besonders stark und nachhaltig beeinflusst. Der Buddha-Gedanke dieser Schule wird von den Patriarchen durch strenges Vorleben weitergegeben, von Geist zu Geist, ohne besondere Worte, ohne materielle Formen, so wie sich das Feuer einer brennenden Kerze auf die nächste überträgt.

Das Gedankengut des Zen ist zeitlos, raumlos, ein grosses Meer der Weisheit, dem logischen Verstande nicht zugänglich.
Alle Erklärungen und Auslegungen sind leere Worte und vermögen nicht den Geschmack und Inhalt des Meeres zu beschreiben.
Nur durch unmittelbares, stummes Erleben erlangt man die Erkenntnis. Wer wissen will, was Zen ist, muss Zen praktizieren. Zen als Übungsweg steht nicht nur Buddhisten, sondern allen offen.

Hugo M. Enomiya-Lassalle, nach dem das Lassalle-Haus benannt wurde, erläuterte:
Zen heisst Meditation - und Meditation ist wie ein Berg, an dem Wolken vorbeiziehen.
Der Berg bin ich selbst, die Wolken sind meine Gedanken, die lasse ich einfach vorbeiziehen;
ich stosse sie nicht weg, ich nehme sie auch nicht an.

Die Lehre vom Weg beschäftigt sich auch eingehend mit dem Kosmos und dem Uranfang. Tao deutet den Uranfang aus der Dunkelheit, dem Schwarzen herauskommend. Darum ist für den Buddhisten Schwarz die erste und wichtigste Farbe. Die Chinesen haben Schwarz als ihr Material gewählt für die Gedankenübermittlung und Gefühlsmitteilung mit dem Pinsel. Kalligraphie und Tuschemalerei, ihre ersten und höchsten Kulturträger, wurden in schwarzer Tusche geschaffen.
Dabei hat Schwarz alle Nuancen und Schattierungen.

Ich habe versucht, mittels Tusche und Pinsel das philosophische Gedankengut des Tao in meditativer Zen-Übung zu praktizieren und auszudrücken.